Don't look up – das "Nachbarschaftsportal des Köln Bonn Airport"

Es gibt im derzeit recht aktuellen Film "Don't Look up!" diese eine Szene, in der die US-Präsidentin angesichts des drohenden – und eigentlich nicht abwendbaren – Einschlags eines Meteoriten auf die Erde beschließt, ein Internetinformationsportal mit einer Hotline für die Bevölkerung einzurichten. Das Ziel dieser Maßnahme ist: Beruhigung statt Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Problem.

Nun lässt sich das Nachtflugproblem am Flughafen Köln Bonn nicht mit einem Meteoriteneinschlag vergleichen, welcher globale und vernichtende Auswirkungen hat. Aber das satirische Beispiel des Films deutet auf eine Maßnahme, die von PR-Agenturen angesichts real existierender Probleme, die jedoch nicht allzu stark öffentlich diskutiert werden sollen, ganz gerne gewählt wird: Pseudokommunikation. So versucht die PR-Abteilung des Flughafens Köln-Bonns seit einiger Zeit, gute Stimmung für eine Verlängerung der 2030 auslaufenden Nachtfluggenehmigung zu erzeugen. Eine dieser Maßnahmen ist das neu eingerichtete sogenannte "Nachbarschaftsportal". Ganz im Sinne eines derzeit bei umweltschädigenden Unternehmens populären Greenwashing findet man dort Artikel mit der schön klingenden Überschrift "Von Handys und Hummeln". Oder man versucht, wirtschaftliche Interessen als soziale Verantwortung zu verkaufen, wenn etwa davon gesprochen wird, dass der Flughafen unverzichtbar in der aktuellen Pandemie sei (die armen Menschen in den übrigen Regionen Deutschlands...bekommen keine Testkits). Beim "Nachbarschaftsportal" soll auch ein Termin für eine Videosprechstunde – etwa zu Thema Fluglärm - gebucht werden können. Ich habe es probiert und mich angemeldet – eine Antwort des "Airport Köln Bonn" blieb aus...


Symbolbild "Greenwashing"
Symbolbild "Greenwashing" (Quelle)



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